Allergien
Der Fall
Der junge Nachwuchs-Manager, Mitte 20, sitzt mit leidendem Gesichtsausdruck und typischen Krankheitsanzeichen vor mir: fahle Hautfarbe, tränende Augen, Hautausschlag am Hals und hinter den Ohren. Beim Atmen hört man pfeifende Geräusche und ein Brodeln. Vor vier Jahren, so berichtet er, habe er im Sommer nach dem Baden mit nassem Hemd eine Mofa-Tour unternommen. Noch am selben Tag abends erkrankte er an einer fieberhaften Erkältung. Er erhielt die übliche Standardtherapie mit Antibiotikum, ging jedoch weiter zur Arbeit. Das Krankheitsbild ging zurück, jedoch nach drei Wochen stellte sich das Hautekzem am Hals und hinter den Ohren ein, das bei Wärme extrem juckte. Zusätzlich bekam der Mann tränende, juckende und brennende Augen und eine fließende Nase. Die Diagnose hieß: Allergische Diathese – Neurodermitis und Heuschnupfen. Diesmal behandelte man ihn mit Antihistaminika und Kortison. Wieder verging die Krankheit schnell, um jedoch schon nach acht Tagen als erneute Erkältungskrankheit wiederzukehren. Der HNO-Arzt räumte die Nasennebenhöhle aus und entfernte die Mandeln. Zwei Wochen später hatte der Patient Asthma. Nun sah er seine berufliche Karriere gefährdet. Wie sollte er in seinem Zustand den Leistungsdruck durchhalten? Als erstes untersuchte ich das Abwehrsystem des jungen Mannes. Einerseits bestand eine extrem überschießende Immunantwort, andererseits fehlte die Aktivität der Freßzellen – das typische Bild einer schweren allergischen Neigung. Bei der Stuhlanalyse fanden sich zudem hohe Pilzbesiedelungen und ein Mangel an gesundheitsfördernden Darmbakterien.
Als erstes verordnete ich Schwarzkümmelöl zum Inhalieren und als Teezusatz. Kombiniert wurde diese Therapie mit Echinacinpräparaten über einen längeren Zeitraum. Ein weiterer Teil der Therapie bestand in Eigenblut und Eigenharninjektionen sowie in der Gegensensibilisierung. Hinzu kam die Sanierung des Darms. Als Spezialkur für die Lunge setzten wir zu einem späteren Zeitpunkt den Immunmodulator Ribomunyl ein. Dieser immunausgleichende Stoff enthält alle Informationseiweißkörperchen der Problemkeime des Bronchotrachealtraktes und erhöht in dieser Körperregion das Abwehreiweiß IgA um das Dreifache. Schon vom zwölften Tag an zeigte sich eine deutliche Besserung. Die Ausschläge gingen zurück, die Atmung wurde freier. Nach vier Wochen war der Heuschnupfen überwunden. Der Patient war nach zwölf Wochen insgesamt gesund und wieder voll leistungsaktiv. Er ist, wie nicht anders zu erwarten, ins Führungsmanagement seiner Firma aufgestiegen.
Was im Körper bei Allergien passiert
Der Körper kommt ständig in Kontakt mit Fremdstoffen, die er normalerweise bekämpfen und ausschleusen muss. Nach dem Erstkontakt bildet der Körper Antikörper gegen den Eindringling. Ist aber die Immunlage gestört (beispielsweise durch Gifte oder Schlackenstoffe überlastet) werden Fehlreaktionen des Abwehrsystems eingeleitet und falsche Antikörper produziert. Plötzlich werden harmlose Stoffe wie Blütenpollen, Nahrungsinhaltsstoffe oder Hausstaub bekämpft – es entwickelt sich die Allergie. An der allergischen Reaktion sind die sogenannten Mastzellen beteiligt. Diese Spezialzellen finden sich im Bindegewebe. Die gebildeten Antikörper verbinden sich nach der Berührung mit einem Schadstoff an der Oberfläche mit der Mastzelle. Diese schüttet nun Botenstoffe wie Histamin, Serotonin und Prostaglandin aus, die unter anderem als Signalstoffe für Abwehrzellen des Immunsystems dienen. Aber diese Stoffe bewirken auch eine Erweiterung der feinsten Blutgefäße und eine Steigerung der Stoffwechselvorgänge im Gewebe. Auf diese Weise wird unter anderem eine entzündliche Reaktion eingeleitet. Es wird auch vermehrt Schleim auf der Schleimhaut produziert, der Blutdruck fällt ab, die Schleimhaut schwillt an, und es entwickeln sich die Symptome einer Allergie, die von laufender Nase bis hin zum schweren Asthma reichen können. Es gibt mehrere unterschiedliche Arten von allergischen Reaktionen:
Wie sich Allergien äußern können
- Starkes Schwitzen ohne oder mit körperlicher Belastung
- Lippen- und Zungenbrennen, Brennen der Schleimhaut
- Übelkeit, Erbrechen, Magenschmerzen
- Völlegefühl, Durchfälle, Verstopfungen, Blähungen
- Schneller Puls nach Nahrungsaufnahme
- Juckreiz und Brennen am Anus
- Schwellungen an Hand- und Fußgelenken, im Gesicht oder am Unterleib
- Hautekzeme, vor allem am Handgelenk oder in den Ellenbeugen
- Akne am Kinn, im Wangen und Gesichtsbereich
- Äderchenbildung, kranzförmig am Oberbauch, an der Stirn oder am Rücken
- Schwellung der Oberlider am Auge
- Juckreiz am Kopf oder am ganzen Körper
- Dauernde Müdigkeit auch nach Ruhephasen
Allergische Sofortreaktionen
- Lokale allergische Reaktion nach dem Einatmen von Allergenen
- Niesanfälle
- Nasenschleimhautreizung und Entzündung
- Nasennebenhöhlenreizung und Entzündung
- Bronchitis, Asthma bronchiale
- Nasen-Rachenraumentzündung
- Augenreizung, Bindehautentzündung
Symptome der Nahrungsallergien
- Durchfälle, Afterjucken oder – brennen
- Erbrechen, Übelkeit
- Darmkrämpfe
Allergien auf der Haut
- Quaddel- und Blasenbildung
- Rötung und Schwellung
- Schmerzen und Juckreiz
- Schwellungen
Weitere Allergieanzeichen
- Quaddeln am ganzen Körper oder am Injektionsort
- Schleimhautschwellungen
- Atemnot, Sekretsteigerung (Husten)
- Juckreiz, Brennen
Allgemeinreaktionen
- Quaddeln und Juckreiz am ganzen Körper
- Bronchitis oder Asthmaanfälle
- Schleimhautschwellung von Nase, Mund, Rachen, Augen
- Darmkrämpfe, Erbrechen, Durchfall
- Kreislaufkollaps
- Kopfschmerz, Schwindel und entzündliche Reaktion
Hier besteht Lebensgefahr! Diese Art der allergischen Reaktion kann lebensbedrohlich werden, da bereits nach dem Erstkontakt mit einem banalen Antigen wie Blütenpollen oder Tierhaaren größere Mengen an Antikörpern ausgeschüttet werden. Durch die überschießende immunologische Reaktion wird eine Menge an Stoffen freigesetzt wie Histamin, Serotonin und Prostaglandin. Diese stellen alle Blutgefäße weit und leiten dadurch einen starken Blutdruckabfall ein. Die Symptome können örtlich und mild auftreten, so als Schleimhautschwellungen im Mund oder im Augen-Nasen-Bereich; sie können aber bis hin zu starken Reaktionen reichen, etwa durch Anschwellen der Schleimhäute im gesamten Atmungstrakt. Das führt zu Atemnot, zum Zuschwellen des Rachenraumes oder zu Reaktionen, die sich über den ganzen Körper ausbreiten.
Wichtig: Schon bei den ersten Anzeichen sofort einen Arzt holen!
Der Tod der Zellen
Diese spezielle allergische Reaktion wird durch Antikörperbildung (Gegenstoffbildung) gegen besondere Gewebe, Blutzellen oder Antigene ausgelöst. Grundlage ist immer eine vorausgegangene Schädigung dieser Gewebe oder Zellen. Die immunologische Reaktion führt dann zur Auflösung und zum Untergang der Zelle. Sie tritt besonders bei Arzneimittelallergie, Blutgruppenunverträglichkeit und Immunreaktionen gegen den eigenen Körper (z. B. Gelenkerkrankungen) auf.
Gefährliche Entzündung
Die Antikörper bilden bei der Bekämpfung mit dem Eindringling einen festen Verbund, genannt Immunkomplex. Solche Zellverbände lagern sich bevorzugt an den Nieren, der Herzinnenwand oder in den Gelenken und Gefäßen ab. In einem gesunden Organismus werden diese Immunkomplexe durch Enzyme, Fresszellen oder andere Spezialzellen zerkleinert und abtransportiert. Wenn dieses System aber zu schwach oder überfordert ist, kommt es zur Ablagerung der Immunkomplexe im Körper. Dadurch entsteht eine allergisch bedingte, entzündliche Reaktion. Die Symptome dieses Allergietyps treten nicht plötzlich, sondern sehr allmählich auf.
Die Kontaktallergie
Die Antikörper sind in diesem Falle fest an die Abwehrzellen gebunden, von denen sie auch produziert werden. Solche Zellen werden beim Erstkontakt empfindlich gemacht. Die Reaktion tritt nach einem erneuten Kontakt mit den Eindringlingen auf und besteht in einer Rötung, Schwellung oder knötchenhaften Verhärtung. Solche Reaktionen kommen bei vielen Infektionskrankheiten vor. Auf ähnliche Weise werden Kontaktallergien durch einfache Metallverbindungen ausgelöst. Solche Stoffe lösen erst dann Allergien aus, wenn sie direkt mit der Haut, der Schleimhaut oder dem Gewebe in Kontakt kommen. Beobachtet ein Betroffener seine Allergie über einen längeren Zeitraum, kann er aus allergischen Anzeichen häufig Rückschlüsse auf den auslösenden Stoff ziehen. Ein Allergietest ist im Hinblick auf die bereits bekannten rund 100.000 möglichen Allergieauslöser mühsam – und leider auch nur sehr selten erfolgreich.
Die Therapie
Das erste Ziel in der Behandlung aller Allergien ist die Vermeidung des Allergieauslösers (Allergens). Zudem folgt eine ausleitende Therapie, abzielend auf die Entfernung aller entzündlichen Stoffe und die Beseitigung von Schlackenablagerungen. Es folgen immer wieder ausleitende Verfahren. Während der Entschlackungsphase muss viel Flüssigkeit getrunken werden. Am besten sind magnesiumhaltige Mineralwässer und spezielle Tees oder Basenbrühe: Diese Brühe wurde entwickelt, um den Organismus zu entsäuern. Durch zuviel tierisches Eiweiß, Bohnenkaffee, schwarzen Tee, Alkohol, denaturierte Nahrung und zu wenig Frischkost wie Salat, Gemüse, Obst werden die Menschen übersäuert. Dies kann zu Krankheiten wie Rheuma, Gicht, Arthrose, Arthritis, Muskelbeschwerden, Magen- und Darmstörungen führen. Übersäuerung fördert Verschlackung und Entzündungen. Von dieser Basenbrühe sollte drei Monate lang täglich 1 Liter getrunken werden, warm oder kalt.
Rezept:
1 Liter Wasser
3 mittelgroße Kartoffeln 1 Karotte
1 großes Stück Sellerie
Das Gemüse klein schneiden und im Dampfkochtopf 20 Minuten kochen. Kein Salz verwenden, eventuell Petersilie. Die Gemüsebrühe wird abgegossen und ungesalzen getrunken. Die Basenbrühe muss täglich frisch zubereitet werden.
Als nächstes folgt die Umstimmungstherapie mit Eigenblut oder Eigenharninjektionen – wenigstens 20 mal.
Parallel dazu erfolgt die Gegensensibilisierung, die immer wieder aus frischem Blut oder Harn angepasst werden muss. Sie sollte mindestens ein Jahr lang durchgeführt werden.
Die Blind-Desensibilisierung:
Die Wirkung der Blut- oder Eigenharnbehandlung wird besser verständlich, wenn man sich klar macht, dass auch im Blut bzw. im Harn die krankmachenden Substanzen enthalten sind. Ein Heuschnupfenpatient mit einer Allergie gegen Pollen wird immer dann besonders viele Allergene im Blut oder im Harn aufweisen, wenn er gerade heftige Reaktionen der Allergie zeigt. Entnimmt man dann Blut oder Urin und wandelt es mit speziellen Stoffen um, kann man daraus aktive Immuntropfen herstellen. Werden diese eingenommen, bildet das Immunsystem gezielt Antikörper gegen die darin enthaltenen Allergieauslöser. Es wird so in die Lage versetzt, die Allergene unschädlich zu machen. Ein großer Vorteil dieses Verfahrens: Man muss das krankmachende Allergen überhaupt nicht kennen, denn die Antikörper im Blut bilden selbst den immunologischen Reiz. Man kann diese Methode deshalb als Blind-Desensibilisierung bezeichnen. Dieses Verfahren wirkt erfahrungsgemäß in etwa 85 Prozent der Fälle von allergischen Erkrankungen.
Die Schwarzkümmelbehandlung:
Eine ebenso effiziente Therapie gegen Allergien ist die Therapie mit Schwarzkümmelöl. In einer Studie wurden 600 Patienten mit Schwarzkümmelöl 3 x 2 Kapseln (entsprechend 3 g Schwarzkümmelöl täglich) behandelt. Die im Schwarzkümmelöl enthaltenen essentiellen Fettsäuren greifen in den Fettstoffwechsel ein und bewirken die Bildung von Arachidonsäure, die zu einer Immunausgleichsreaktion führt. In 85 Prozent der getesteten Fälle war eine Behandlung mit diesem völlig schadfreien Nahrungsergänzungsmittel erfolgreich.
Die Echinacin-Therapie:
Um eine optimale Anregung der Abwehrzellen zu sichern, rate ich zur Langzeitanwendung von Echinacinpräparaten – Anwendungszeit 4 – 6 Monate.
Verhalten während und nach der Therapie
Während der Behandlung und hinterher sollte alles vermieden werden, was die natürlichen, durch die Therapie angeregten Selbstheilungsvorgänge beeinträchtigen könnte. Das bedeutet insbesondere:
- ausreichender Schlaf
- geregelter Lebensrhythmus
- Vermeidung von geistigen und körperlichen Überanstrengungen
- keine intensive Sonnenbestrahlung
- keine heißen Bäder, Thermalanwendungen oder Überhitzungsprozeduren
- viel frische Luft, Bewegung und Freizeit
- Regulierung der Darmtätigkeit durch natürliche Mittel
- Ernährungsumstellung
Immunstärkende Ernährung
Empfehlenswert sind vitaminreiche Kost (Obst, Gemüse, Fruchtsäfte, Milch, Joghurt, pflanzliche Öle), regelmäßiges Essen, keine Überernährung, jedoch sollten alle allergieauslösenden Nahrungsmittel gemieden werden. Unterstützend wirken bis zu 100 ml essentielle Fettsäuren in Form von hochwertigem Olivenöl und/ oder 3g Schwarzkümmelöl. Dazu ergänzend Vitamine des B-Komplexes. Zu vermeiden sind tierische Eiweiße, alle groben Kohlarten, blähende Speisen und chemisch konservierte Nahrungsmittel. Während der Therapie und danach ist eine Einschränkung von Kochsalz, Kaffee, Tee, alkoholischen Getränken, Nikotin und anderen Genussgiften von Wichtigkeit.
Allergene im Alltag
Pflanzliche Substanzen:
Pollen, Baumwolle, Mehl, Kleie, Flachs, Hanf, Jute, Sisal, Tanne, Eiche, Fichte, geruchsaktive Öle, Schimmelpilze
Tierische Substanzen:
Staub, der tierische Bestandteile enthält; Tierhaare und Hautschuppen, Inhaltsstoffe von Tierspeichel, Federn, Schuppen, Duftstoffe, Milben, Motten, Fliegen, Küchenschaben, Vögel, Federvieh
Chemische Substanzen und Mineralien:
Drogen und Arzneimittel, Metallstaub, Dämpfe, Formalin, Turbinenöl, Kunstharz, Chrom, Nickel, Platin, Cadmium, Kobalt, Antibiotika, Sulfonamide, Insektizide, Quecksilber, Palladium
Lebensmittel als Allergene:
Kuhmilch (in 42 % aller Fälle!), Hühnerei, Eiklar 15 %, Fisch 11 %, Eigelb 9 %, Zitrusfrüchte 5 %, Hülsenfrüchte 3 %.

