Allergien: Ein Fallbeispiel aus der Praxis | Praxis Schleicher & Brückl

Allergien: Ein Fallbeispiel aus der Praxis

Schon im März haben wir Ihnen einiges über Allergien vorgestellt (hier geht’s nochmal zu den Artikeln). Viele Betroffene bekämpfen Jahr für Jahr lediglich die Symptome einer Allergie und sind hilflos, wenn es um das Finden einer richtigen Therapie geht. Deshalb wollen wir Ihnen heute ein Fallbeispiel aus unserer Praxis genauer vorstellen.

Der Fall

Der junge Nachwuchs-Manager, Mitte 20, sitzt mit leidendem Gesichtsausdruck und typischen Krankheitsanzeichen in der Praxis: fahle Hautfarbe, tränende Augen, Hautausschlag am Hals und hinter den Ohren. Beim Atmen hört man pfeifende Geräusche und ein Brodeln. Vor vier Jahren, so berichtet er, habe er im Sommer nach dem Baden mit nassem Hemd eine Mofa-Tour unternommen. Noch am selben Tag abends erkrankte er an einer fieberhaften Erkältung. Er erhielt die übliche Standardtherapie mit Antibiotikum, ging jedoch weiter zur Arbeit.
Das Krankheitsbild ging zurück, jedoch nach drei Wochen stellte sich das Hautekzem am Hals und hinter den Ohren ein, das bei Wärme extrem juckte. Zusätzlich bekam der Mann tränende, juckende und brennende Augen und eine fließende Nase. Die Diagnose hieß: allergische Diathese – Neurodermitis und Heuschnupfen.

Diesmal behandelte man ihn mit Antihistaminika und Kortison. Wieder verging die Krankheit schnell, um jedoch schon nach acht Tagen als erneute Erkältungskrankheit wiederzukehren. Der HNO-Arzt räumte die Nasennebenhöhle aus und entfernte die Mandeln.
Zwei Wochen später hatte der Patient Asthma. Nun sah er seine berufliche Karriere gefährdet. Wie sollte er in seinem Zustand den Leistungsdruck halten?

Als erstes untersuchte unsere Praxis das Abwehrsystem des jungen Mannes. Einerseits bestand eine extrem überschießende Immunantwort, andererseits fehlte die Aktivität der Fresszellen – das typische Bild einer schweren allergischen Neigung.
Bei der Stuhlanalyse fanden sich zudem hohe Pilzbesiedelungen und ein Mangel an gesundheitsfördernden Darmbakterien.
Wir verordneten ihm Schwarzkümmelöl zum Inhalieren und als Teesubstanz. Kombiniert wurde diese Therapie mit Echinacinpräparaten über einen längeren Zeitraum. Außerdem erhielt er eine Eigenbluttherapie und Eigenharninjektion sowie eine Gegensensibilisierung. Hinzu kam die Sanierung des Darms. Als Spezialkur für die Lunge setzten wir zu einem späteren Zeitpunkt den Immunmodulator Ribomunyl ein. Dieser immunausgleichende Stoff enthält alle Informationseiweiskörperchen der Problemkeime des Bronchotrachealtraktes und erhöht in dieser Körperregion das Abwehreiweis IgA um das Dreifache. Schon vom zwölften Tag an zeigte sich eine deutliche Besserung. Die Ausschläge gingen zurück, die Atmung wurde freier.

Nach vier Wochen war der Heuschnupfen überwunden. Der Patient war nach zwölf Wochen insgesamt gesund und wieder voll leistungsaktiv. Er ist, wie nicht anders zu erwarten, ins Führungsmanagement seiner Firma aufgestiegen.