Burn-out-Syndrom: Was ist das eigentlich? | Praxis Schleicher & Brückl

Burn-out-Syndrom: Was ist das eigentlich?

Immer wieder gibt es Schlagzeilen von Prominenten, die wegen eines akuten Zusammenbruchs stationär behandelt werden müssen. Aber auch in anderen sehr leistungsfordernden Berufsgruppen oder nach schlimmen Unfällen werden Menschen aufgrund psychischer Problemen oft über längere Zeit hin behandelt.
Die Patienten wirken ausgebrannt, fühlen einen Zustand der inneren Leere und verlieren mehr und mehr an Lebensenergie. Auch äußerlich sind diese Personen oft gezeichnet, sehen schlapp und müde aus oder nehmen häufig viel Gewicht ab. Die Betroffenen leiden unter Schlafstörungen, Kopfschmerzen, schmerzhaften Muskelverspannungen im Nacken und Rücken, haben Verdauungsproblemen, häufig Infekte oder plötzliche Kreislaufstörungen. Schuld daran ist eine fehlerhafte Ausschüttung von Cortisol, die langfristig zu einer schlechteren Immunreaktion führt. Der Körper wird allgemein anfälliger für Infekte und Herz-Kreislauf-Probleme. Es ist ein Zustand von dauerhafter Belastung ohne Aussicht auf Besserung. Diese körperlichen Beschwerden können so massiv werden, dass sie den Alltag bestimmen und die Gefühlslage der Patienten noch mehr belasten. Der Patient rutscht in eine Art Stressspirale, aus der er sich alleine nicht mehr befreien kann – es folgt auf kurz oder lang der Zusammenbruch.

Dieses Krankheitsbild kündigt sich langsam und über lange Zeit hinweg an und heißt Burn-out-Syndrom. Die Ursachen dafür sind extrem vielfältig und müssen für jeden Betroffenen individuell erarbeitet werden. Mag der eine Künstler vielleicht ein zu sensibles Nervenkostüm haben und so in eine pathogene Stress-Situation geraten, so hat der Andere seine Leistungsziele zu hoch gesteckt und scheitert an der zwanghaften Verfolgung seiner eigenen Ansprüche. Außerdem ist meist nicht nur eine Ursache für die Erkrankung ausschlaggebend.

Auf immunologischer Ebene weiß man heute, was in diesen Phasen mit dem Menschen passiert. Aufgrund unterschiedlicher Reize werden Impulse auf die Stresshormone im Körper freigesetzt, die das Immunsystem ins Wanken bringen. Bestimmte Zellen, die das Abwehrorgan ausbremsen, steigen an und die Lebensenergie schwindet langsam. Die Betroffenen werden immer kraftloser und nach und nach schlafen alle Vitalfunktionen ein. Dabei ist nicht wichtig, welche Ursache das Burn-out-Syndrom hat, denn Stress ist die Antwort des Organismus auf jede Beanspruchung. Durch die permanente Ausschüttung von Stresshormonen quellen die Stressorgane, wie die Nebenniere, an, welche dann zu viel Cortisol produzieren. Die Folge sind psychosomatische Krankheiten aller Art.

Aus diesem Kreislauf und dem eigenen Erschöpfungszustand auszubrechen, ist für die Patienten sehr schwierig. Meist dauert es lange, bis sie begreifen, dass die Symptome Teil einer psychischen Erkrankung sind und kein Ausdruck der eigenen Unzulänglichkeit. Schon die Suche nach Hilfe ist ein erster sehr wichtiger Schritt im Heilungsprozess des Burn-out-Syndroms. Gerne beraten wir Sie dahingehend auch in unserer Praxis!