Essen und Heilen Teil 1 | Praxis Schleicher & Brückl

Kochen und Heilen Teil 1: Gewürze und Gewürzmischungen als Heilmittel

Gesund kochen kann so einfach gehen, denn bestimmte Gewürze sind wahre Wunderheiler! Manche Forschungen zeigen sogar, dass Einzelsubstanzen aus verschiedenen Gewürzen gezielt immunologischen Reaktionen zugeordnet werden können.
Wir stellen Ihnen heute einige Gewürze und ihre heilende immunologische Wirkung vor:

Ingwer

Ingwer sollte als Wurzel immer frisch in der Küche verwendet werden. Er ist sehr wirksam gegen alle Arten von Übelkeit, auch gegen Reisekrankheit. Für Kinder, die lange Autofahrten nicht gut vertragen, gibt es sogar spezielle Mittel, die nur Ingwer enthalten.
Im Ingwer ist der Stoff Gingeorol enthalten, der gegen Cholesterin und Blutverklumpung wirkt und so vor Schlaganfällen und Thrombosen schützt. Zusätzlich wirkt Ingwer entgiftend, entzündungshemmend und stimuliert das zentrale Nervensystem. Auch bei Bronchitis können Sie den Ingwer feingeraspelt (1/2 Teelöffel) mit Sirup mischen und mit heißem Wasser schlucken.
Vermischen Sie den Ingwer mit Knoblauch, verstärkt sich die antiseptische Wirkung noch mehr.

Zimt

Immunologisch ist der Zimt mittlerweile sehr gut erforscht. Insbesondere bei Zuckerkrankheiten kann Zimt bei Mengen von 1g/Tag den Blutzucker um bis zu 20% senken und stabilisieren. Viele Diabetiker brauchen bei regelmäßiger Zimtzufuhr sogar weniger Insulin.
Sehr günstig wirkt sich Zimt auch auf die Menstruation der Frau aus. Wenn sie eine Woche vor der Regel reichlich Zimt genießen, zum Beispiel als Zimtzucker auf Joghurt oder Milch, auf einem Bratapfel oder als gute Prise zu heißen Getränken, treten weniger Beschwerden auf.
Als Zimtöl enthält das Gewürz sogar eine Substanz, das wie ein Antibiotikum wirkt.
Und ganz nebenbei: Im Orient werden Mundpillen aus Honig vermischt mit Zimt und Nelken gelutscht, da dieser Duftstoff eine stark erotisierende Wirkung ausübt!

Nelke

Nelkenöl enthält den Wirkstoff Euganol, welcher stark antiseptisch wirkt und zur Betäubung von akuten Schmerzen eingesetzt wird. Es ist also gegen Bakterien wirksam und dient auch als Schmerzmittel bei Zahnweh.

Thymian

Immunologisch wertvoll ist die Wirksubstanz Thymol im Thymian. Diese wirkt desinfizierend und antibakteriell. Thymian wirkt hervorragend gegen Erkältungen, Halsentzündungen und auch gegen entzündliche Vorgänge im Magen-Darm-Trakt.

Muskat

Muskat enthält zu 15% ein ätherisches Öl, das Myristicin. Es wirkt antiseptisch, regt den Appetit an und vertreibt Blähungen. In Indonesien nimmt man beispielsweise bei akuten Bauchinfektionen und Durchfällen eine Messerspitze Muskatpulver mit Wasser ein.
Aber Vorsicht: Das Myristicin hat psychoaktive Eigenschaften und kann schon in der Dosis von einer einzigen Nuss (ca. 5-10 g) zu schweren Krämpfen, Schwindel, Halluzinationen und sogar zu einem Koma führen!

Natürlich können Sie die Gewürze nicht nur einzeln verwenden, sondern Gewürzmischungen herstellen. Aus medizinischer Sicht sind sie kombiniert sogar besonders wirksam.
Wichtig ist außerdem, dass Sie die Gewürze nicht schon zu Beginn des Kochens, sondern erst in den letzten 15 Minuten dem Essen hinzufügen. Sie können zum Beispiel wie beim Tee einen Gewürzbeutel kreieren, der dann zum Schluss dem Gericht beigegeben wird.