Nahrungsmittel und ihre Wirkung auf Medikamente – Teil 1 | Praxis Schleicher & Brückl

Nahrungsmittel und ihre Wirkung auf Medikamente – Teil 1

Die Wirkung von bestimmten Arzneimitteln kann durch gleichzeitige Nahrungsaufnahme verstärkt oder abgeschwächt werden. Auch unerwünschte Wirkungen können auftreten. Oft lassen sich Interaktionen zwischen Arzneimitteln und Nahrungsmitteln schon durch einfache Maßnahmen effektiv vermeiden. Wir zeigen Ihnen wie!

Antibiotika

Antibiotika zerstören empfindlich den Vitaminhaushalt und die Verwertung von Mineralien aus der Nahrung. Deswegen ist es sehr wichtig, nach der Behandlung mit Antibiotika die Darmflora wieder aufzubauen, komplexe Kohlenhydrate aus vollem Korn zu essen und auch genügend Gemüse, Früchte und Milchsäureprodukte von Sauerkraut bis Joghurt zu sich zu nehmen. Bis ein paar Wochen nach der Antibiotikaeinnahme sollte wenig Fleisch gegessen und Zucker vermieden werden.

Tetrazykline

Tetrazykline sind antibiotisch wirksame Arzneistoffe. Sie verbinden sich mit dem Calcium, das aus der Milch kommt, weshalb die bakterienhemmende Wirkung stark herabgesetzt oder ganz aufgehoben wird. Diese Antibiotika also immer nur mit Wasser einnehmen!
Penicillinarten
Penicilline sind auf Säuren empfindlich. Deshalb sollte man nichts gleichzeitig essen, das die Magensäuresekretion anregt, zum Beispiel Meerrettich, Senf, Weißwein oder Bouillon.

Eisenpräparate

Sie dürfen nie mit Kaffee, Tee oder Rotwein geschluckt werden, denn die darin befindliche Gerbsäure geht im Magen eine schwerlösliche Verbindung ein. So wird das Eisen ungenutzt ausgeschieden! Die Aufnahme von Nahrungseisen wird wesentlich verbessert, wenn man beispielsweise Eisen aus Leber, Schinken, Blutwurst, Eigelb, Milch aber auch aus Vollkorn, Spinat oder grünem Salat zu sich nimmt. Kombiniert man dies mit Vitamin C, wird die Eisenaufnahme verstärkt. Deshalb öfter vor dem Essen auch mal ein Gläschen frischen Orangen- oder Zitronensaft trinken.

Appetitzügler

Appetitzügler können auf Dauer zu Nerven- und Gehirnschäden führen. Sie lassen signifikant den Vitamin-C-Spiegel abfallen, was die Abwehrkräfte schwächt und sich negativ auf den Fettstoffwechsel auswirkt. Sollten Sie kurzfristig Appetitzügler nehmen müssen, dann bitte reichlich Vitamin-C-Haltiges essen und trinken!

Abführmittel

Diese Medikamente sind immer gefährlich! Sie entziehen dem Körper lebenswichtige Mineralien und erschlaffen den Darm. Die Elektrolytverluste können bis zu schweren Herzschädigungen führen. Gegen Verstopfung hilft eher faserreiche Kost. Meiden Sie auch auf Dauer harmlose Paraffinöle, denn sie werden unverdaut ausgeschieden und scheiden auch die sehr lebenswichtigen fettlöslichen Vitamine A, D, E und K aus.

Antazida

Sie binden die Magensäure und helfen bei Sodbrennen. Antazida enthalten sehr oft Aluminium. Meiden Sie nach ausführlichen Gelagen diese Säurebinder und trinken Sie während des Abends reichlich Mineralwasser, denn auch dies beugt dem Kater vor. Die häufige Übersäuerung kann verhindert werden durch Verzicht auf alles Raffinierte, wie Weißmehl, Kuchen, Zucker, Schokolade, Eiscreme, etc. Greifen Sie lieber zu natürlichen Stoffen wie Kartoffeln, Karotten, hochwertigen Eiweiß, mageren Fisch, Quark, Vollkornbrot und Milch.

Schon bald geht es weiter mit Teil 2 und weiteren Medikamenten inklusive Ihrer Wechselwirkungen mit Nahrungsmitteln!